Leben mit Demenz: Treffen für pflegende Angehörige

Leben mit Demenz: Treffen für pflegende Angehörige

Verein Atempause Wittgenstein bietet Treffen einmal im Monat in Bad Laasphe an.

Bad Berleburg, 14. November 2019. Allein in Deutschland sind 1,7 Millionen Menschen an einer Form von Demenz erkrankt. So die aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Demenz bedeutet: Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit und das mitunter quälende Verlöschen der Persönlichkeit. Im Gehirn sterben bestimmte Zellen ab und Zellverbindungen lösen sich, die Krankheit ist unheilbar.

 

Erkrankung verändert Familienleben

Menschen, die noch vor wenigen Monaten oder Jahren völlig selbstständig waren, sind durch die Demenz plötzlich hilflos: Ankleiden, einkaufen, Autofahren – kleine Aufgaben werden zu großen Herausforderungen. Und das macht ihnen zu schaffen: Sie reagieren verängstigt, verzweifelt oder wütend, weil sie die neue Situation nicht verstehen und einordnen können. Und weil sie nicht mehr selbstständig klarkommen, richtet sich das gesamte Familienleben nach der Krankheit.

Der Verein Atempause Wittgenstein kennt Demenz und ihre Auswirkungen aus langjähriger Erfahrung. Einsatzleiterin Manuela Afflerbach weiß, wie die Krankheit das Leben der Betroffenen verändert: „Demenzkranke sind vielen Anforderungen nicht mehr gewachsen, und Angehörige wissen, dass die Krankheit nicht besser wird. Ehepartner trauen sich meist nicht mehr mit ihrem demenzkranken Partner in die Öffentlichkeit. Sie schränken ihr eigenes Leben ein.“

 

Angehörigentreff: unverbindlich und kostenlos

In solchen Fällen bietet der Verein Atempause wertvolle Unterstützung an. Neben den vielfältigen Angeboten für die Betreuung der Erkrankten, veranstaltet der Verein auch ein Treffen für Angehörige: Bei diesem Gesprächskreis einmal im Monat haben pflegende Familienmitglieder die Gelegenheit zum Austausch. „Wenn der Partner oder ein Elternteil an Demenz erkrankt, ändert sich der Umgang miteinander. Außerdem eröffnen sich viele Fragen rund um die Krankheit“, weiß Manuela Afflerbach. „Beim Angehörigentreff können die Teilnehmer sich in einer geschützten Umgebung über alles austauschen. Hier muss man sich nicht erklären, denn man ist unter Gleichgesinnten.“ Bei Kaffee und Kuchen ergeben sich die Gespräche beinahe von selber. „Für fachspezifische Fragen stehe ich zur Verfügung“, erklärt die Einsatzleiterin.

 

Gesprächskreis neu zum Leben erwecken

Der Gesprächskreis kann für betroffene Familienmitglieder von immenser Bedeutung sein, denn bei der Pflege von Demenzkranken sollten die Angehörigen auch auf sich selbst achten und Unterstützung annehmen. Aus diesem Grund möchte die Atempause Wittgenstein den Angehörigentreff – der seit April 2019 aufgrund mangelnder Teilnehmer eine Pause eingelegt hat – wieder zum Leben erwecken. Interessierte können sich telefonisch oder per E-Mail (s.u.) bei dem Verein Atempause melden.

Die Treffen finden jeden ersten Dienstag im Monat ab 15 Uhr im Haus des Gastes in Bad Laasphe statt. „Auch Leute, die mit der Atempause nichts zu tun haben, sind herzlich willkommen. Bei uns geht niemand eine Verpflichtung ein“, betont Manuela Afflerbach. Der Angehörigentreff ist kostenlos und unverbindlich. Die aktuellen Termine finden Sie auf www.blb-gesund.de und in der Tagespresse.

Kontakt

Atempause Wittgenstein e.V.
Telefon: 02751 9208797
E-Mail schreiben

Foto: www.pixabay.com