Das Cave Syndrom

Gesundheitstipp – Das Cave-Syndrom

Monatelang waren Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln und
Homeoffice-Lösungen fast schon ganz alltägliche Regelungen zur
Bekämpfung der Corona-Pandemie. Mit sinkenden Inzidenzwerten
und einer steigenden Impfquote werden diese Regeln unter
bestimmten Voraussetzungen gelockert. Dennoch fällt es vielen
schwer, sich wieder an das soziale Miteinander zu gewöhnen.
In der Wissenschaft wird daher vom sogenannten „Cave-Syndrom“
(engl. Höhlensyndrom) gesprochen. Es beschreibt, dass Menschen
lieber in ihrer schützenden Höhle bleiben, als rauszugehen. Ein Grund
dafür könnte eine antrainierte Angst sein.
Dabei handelt es sich beim Cave-Syndrom nicht um eine Erkrankung,
sondern um eine normale Erscheinung, die uns aufgrund der lang
andauernden Ausnahmesituation begleitet. Die Maßnahmen zur
Pandemie-Eindämmung sind uns mittlerweile in Fleisch und Blut
übergegangen. Die Masken liegen griffbereit, die Abstandsregeln
werden berücksichtigt und vor dem Händeschütteln schrecken wir
zurück, während wir unserem Gegenüber freudig den Ellenbogen
zum Gruß entgegenstrecken. Wir haben gelernt, wie sich Viren
verbreiten und auf welche Weise wir uns beim Kontakt mit anderen
Menschen möglicherweise anstecken können.
Kein Wunder, dass nicht allen ein Umschalten mühelos gelingt.
Es gibt die einen, die mit den zunehmenden Lockerungen direkt
möglichst viel nachholen möchten. Wieder andere haben es sich in
ihrer Höhle gemütlich gemacht und wagen sich nur zaghaft in das
Getümmel. Jedoch: Auch wer einfach vorsichtig sein will, muss nicht
auf soziale Kontakte verzichten.
Drei Tipps, wie das soziale Miteinander wieder besser
gelingen kann:
Offener Umgang mit Sorgen: Sollte man sich in bestimmten
Situationen unwohl fühlen, ist es wichtig, seine Bedenken offen
auszusprechen und keine Angst vor unangenehmen Reaktionen zu
haben. Im Freundeskreis oder mit Kolleginnen und Kollegen offen
über seine Sorgen zu sprechen ist befreiend und hilft im sozialen
Miteinander.
Sich Zeit nehmen: Es ist völlig in Ordnung, sich nach langer Zeit der
Kontaktbeschränkungen erst wieder an den Umgang mit anderen
gewöhnen zu müssen. Wenn man sich unsicher fühlt, sind Treffen
im kleinen Rahmen und an der frischen Luft eine gute Alternative zu
großen Veranstaltungen.
Anderen die Angst nehmen: Auch wenn Sie selbst nicht vom
Cave-Syndrom betroffen sind – zeigen Sie Verständnis anderen
gegenüber. Kommen Sie Betroffenen entgegen, indem Sie auf die
Situation, z.B. am Arbeitsplatz, eingehen und gemeinsam über den
Umgang miteinander sprechen.
Ein gesunder Mittelweg zwischen noch angebrachter Vorsicht und
der neu gewonnenen Freiheit bietet einen Einstieg in die neue
Normalität. In dieser Übergangsphase zur Normalität lässt sich auch
eine antrainierte Angst wieder verlernen und wird sich bei vielen
Menschen nach und nach von allein legen.

 

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