Bericht zum Welt Diabetes Tag am 14.11.2020

Bericht zum Welt Diabetes Tag am 14.11.2020

Welt Diabetes Tag

Der 14. November ist der Geburtstag von Frederick G. Banting, der 1921 das lebenswichtige Hormon Insulin entdeckte. An diesem Tag feiern Menschen mit Diabetes auf der ganzen Welt den Weltdiabetestag. 

Aktueller Diabetes-Atlas der Barmer – Zahl der Erkrankungen in NRW nimmt zu

Düsseldorf, 13. November 2020 – Immer mehr Menschen in Nordrhein-Westfalen leiden unter Diabetes Typ 1 und 2. Während im Jahr 2014 rund 1,39 Millionen Personen, also 7,9 Prozent der Bevölkerung, die Zuckerkrankheit hatten, waren es im Jahr 2019 bereits 1,54 Millionen Betroffene. Das entspricht 8,6 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in NRW. Dies geht aus dem aktuellen Diabetes-Atlas der BARMER hervor. Bundesweit gab es 2019 rund 7,66 Millionen Betroffene (9,21 Prozent der Bevölkerung). 2014 waren es deutschlandweit noch 6,89 Millionen Erkrankte (8,48 Prozent der Bevölkerung). „Die deutliche Steigerung der Diabeteserkrankten ist alarmierend. Dabei gibt es mit gesunder und ausgewogener Ernährung eine einfache und wirksame Möglichkeit, vor allem den Diabetes Typ 2 vorzubeugen. Hier benötigen die Bürgerinnen und Bürger offensichtlich noch mehr Unterstützung. Es ist höchste Zeit für eine verpflichtende und leicht verständliche Nährwertkennzeichnung an Lebensmitteln“, fordert Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der BARMER in NRW. Erforderlich sei eine einfache Übersicht zum Beispiel über den Zucker- und Fettgehalt in Lebensmitteln. Das helfe den Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich bewusst für eine gesündere Ernährung zu entscheiden, die auch das Risiko für Diabetes Typ 2 senke.

 

NRW weist hohe Zuwachsrate von 0,72 Prozent auf

Im Ranking der Bundesländer lag NRW 2019 mit einem Anteil von 8,6 Prozent im hinteren Teil des Diabetes-Vergleichs. Vor allem die ostdeutschen Länder weisen deutlich höhere Prävalenzraten auf: Sachsen-Anhalt (11,7 Prozent), Sachsen (11,5 Prozent), Brandenburg (11,3 Prozent), Thüringen (11 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (10,9 Prozent). Allerdings landet NRW beim prozentualen Zuwachs der Erkrankten im Vergleich zu 2014 im vorderen Bereich der Vergleichstabelle. 2019 wurde im Vergleich zu 2014 eine Zunahme der Prävalenzrate um 0,72 Prozent verzeichnet. Höhere Werte weisen nur das Saarland (1,05 Prozent), Hessen (0,84 Prozent) und Hamburg (0,78 Prozent) auf. „Nicht nur in Regionen mit vielen Diabetikerinnen und Diabetikern bedarf es einer verstärkten Ernährungsbildung. Hier muss man möglichst früh ansetzen, da sich Essgewohnheiten bereits in der Kindheit manifestieren. Deshalb sollte das Thema gesunde Ernährung in den Schullehrplänen verbindlich verankert werden, damit bereits Kinder dafür sensibilisiert werden“, so Beckmann. Erforderlich seien auch verpflichtende Standards für eine gesunde Kita- und Schulverpflegung.

 

Demographischer Wandel nur zum Teil Ursache für Anstiege

Der Anstieg bei den Zahlen der Erkrankten lässt sich nur zum Teil auf den demographischen Wandel zurückführen. In NRW ist die Veränderung der Altersstruktur in der Bevölkerung nur zu 19 Prozent als Ursache für den Anstieg zu nennen. Deutlich höher liegen die Zahlen in diesem Bereich in Sachsen (89 Prozent) und Thüringen (84 Prozent). „Der demographische Wandel ist bei weitem nicht die alleinige Ursache für immer mehr Diabetikerinnen und Diabetiker. Da er regional aber sehr unterschiedlich zu Buche schlägt, bedarf es nun weiterer Untersuchungen in den Bundesländern“, sagt Heiner Beckmann.

 

Regelmäßiger Sport kann helfen

Um die Krankheit in Schach zu halten, rät die BARMER, seinen Lebensstil anzupassen, bei Übergewicht abzunehmen und vor allem regelmäßig Sport zu treiben. „Diabetes mellitus ist zu einer Volkskrankheit geworden, bei der die Betroffenen sich nicht nur gesund ernähren, sondern auch möglichst regelmäßig körperlich bewegen sollten. Hier nur die Kondition zu stärken, gilt heute als überholt. Im Optimalfall treibt man neben Ausdauer- auch Kraftsport“, so Klaus Möhlendick, Sportwissenschaftler bei der BARMER. Allerdings solle man sich vorher unbedingt ärztlich beraten lassen, um das richtige Maß zu finden. Sport senke bei Patienten mit Typ-2-Diabetes nicht nur akut den Blutzucker-spiegel, sondern verbessere auch die Insulinempfindlichkeit der Zellen. Da dieser Effekt nach 48 Stunden wieder nachlasse, sei es wichtig, regelmäßig Sport zu treiben. „Am besten treibt man bei Diabetes mellitus pro Woche mindestens 150 Minuten Ausdauersport und verteilt diesen auf drei bis fünf Tage. Kraftsport gehört alle drei Tage ins Programm und sollte alle großen Muskelgruppen einbeziehen“, so Möhlendick. Dabei sei ein regelmäßiges und moderates Ausdauertraining besser, als sich einmal zu verausgaben. Sowohl Kraft- als auch Ausdauersport habe positive Effekte bei Typ-2-Diabetikern. Laut Möhlendick baut Kraftsport Bauchfett ab und kann den langfristigen Blutzuckerwert um bis zu 0,5 Prozent absenken. Ausdauertraining reduziere den Blutzucker noch stärker, und zwar um bis zu 0,7 Prozent. Das entspreche in etwa der Wirkung einer medikamentösen Therapie. „Wer Sport treibt, sollte aber auf jeden Fall mit dem Arzt besprechen, wie die Insulinzufuhr nach und nach anzupassen ist“, sagt Möhlendick.

 

Mehr Infos zu Diabetes und zur Vorbeugung unter: www.barmer.de/s000665

Im Gespräch mit der Barmer Krankenkasse

Standort Olpe