Alltag eines Ambulanten Pflegedienstes in Corona Zeiten – im Gespräch mit der Pflegedienstleitung der “Mobilen Schwestern in Wittgenstein”

Alltag eines Ambulanten Pflegedienstes in Corona Zeiten – im Gespräch mit der Pflegedienstleitung der “Mobilen Schwestern in Wittgenstein”

Das Motto unserer Patienten auch in Corona Zeiten lautet: „Dahäme erres om schennste“, so Tatjana Joch Verwaltungsleitung.

 

„Unser Pflegedienst ist in Zeiten der Pandemie vor große Herausforderungen gestellt. Es ist für die meisten Menschen das erste Mal, dass es eine Pandemie solchen Ausmaßes gibt. Demzufolge herrschte auch zu Beginn des ersten Lockdown große Verunsicherung unter unseren  Angestellten, aber auch bei unseren Kunden, die zunächst einmal gar keine Unterstützung von außen wollten.

Wir hatten zu Beginn des ersten Lockdown deutlich weniger Anfragen bzw. sogar viele Absagen bei der Inanspruchnahme der ambulanten Pflege.

Im zweiten Lockdown fühlten sich die meisten Kunden von uns sicherer und waren wieder bereit, den ambulanten Pflegedienst in Anspruch zu nehmen. Die Vorgehensweise beim Arbeitsablauf war nun auch unter den Mitarbeitenden wesentlich strukturierter. Unser Personal hat sich sehr gut an die neue Arbeitssituation angepasst und die geänderten Arbeitsabläufe haben sich gefestigt.

 

Unser Zeitaufwand in der ambulanten Pflege ist viel größer geworden.

Alle Mitarbeiterinnen in der ambulanten Pflege müssen nun mit Schutzkleidung (Handschuhe, Mundschutz, Kittel) ihren Dienst ausführen und die regelmäßigen PoC Tests* (alle 2 Tage) müssen durchgeführt werden.

Der Mundschutz  wird vom Pflegenden und auch von unseren Kunden getragen.

„Symptom Monitoring“ läuft mittlerweile automatisch bei jedem Kunden beim ersten Einsatz eines jeden Tages. Bei Auffälligkeiten wird dies dokumentiert und zur Sicherheit ein PoC Test gemacht.

Die PoC Testung ist auch ein zusätzlicher zeitlicher Mehraufwand für die Angestellten im Pflegedienst. Bei Neuaufnahme eines Kunden ist sogar ein PCR Test erforderlich.

 

Durch große Belastungen auch in den Familien der Mitarbeitenden, mit Homeschooling und Betreuung von kleinen Kindern, ist es oftmals schwierig, den Dienstplan so zu gestalten, dass alle  nach ihren individuellen Bedürfnissen eingesetzt werden können. All dies stellt unser Team vor eine große Herausforderung, die wir jedoch bisher gut gemeistert haben.

 

Der Arbeitsaufwand in der Büroorganisation ist aufgrund häufig eintreffender neuer Verordnungen, noch mehr schriftlicher Dokumentation, viel mehr Email-Verkehr und Kontakt mit dem Gesundheitsamt ebenfalls stark angestiegen. Auch die Durchführung der Schnelltests an die Mitarbeiter alle 2 Tage muss organisiert werden durch exam. Pflegekräfte, dokumentiert und zur Weiterleitung an öffentliche Stellen vorbereitet werden. Eine tolle Unterstützung erhalten wir jedoch vom Landesverband für freie ambulante Krankenpflege NRW. Home Office ist in unserem Arbeitsbereich leider nicht möglich. Auch die Büroarbeit muss vor Ort erledigt werden.

 

Unsere Kunden haben mittlerweile wieder  großes Vertrauen in uns und wir können weiterhin für Sie da sein. Durch bereits geimpfte Mitarbeitende entsteht langsam sowohl im Team als auch bei unseren Kunden vor Ort etwas mehr Sicherheit.

 

An dieser Stelle möchten wir einmal „Danke“ sagen!  Unser großer Dank geht an all unsere Mitarbeiter! Alle halten zusammen und unterstützen sich gegenseitig! Wir haben ein gut funktionierendes Team. Natürlich bedanken wir uns auch bei unseren Patienten, denn eine gute Zusammenarbeit erleichtert im Arbeitsalltag vieles.

 

Der Personalmangel in den Pflegeberufen wird auch bei uns immer deutlicher spürbar. Es fehlen gut ausgebildete examinierte Krankenschwestern. Um dem mit eigenen Mitteln ein wenig entgegenzuwirken und  weitere Mitarbeitende für unser Team zu gewinnen, bilden wir selbst aus“, so die Ausführungen von Frau Tatjana Joch.

 

Weitere Infos rund um die ambulante Pflege der „Mobilen Schwestern in Wittgenstein“, den Beruf und die Ausbildung erhalten Interessierte sehr gerne über nachfolgenden Kontakt:

 

 

BLB-gesund im Gespräch mit Frau Tatjana Joch, Verwaltungsleitung

Häusliche Krankenpflege

Mobile Schwestern in Wittgenstein

Unterm Hain 2
57319 Bad Berleburg

 

Email: mobileschwestern.inwittgenstein.gmbh@web.de

Tel. 02751 / 7647
Mobil 0170 / 44 59 609

 

 

 

 

 

* Erklärung zu PoC Test: Point-of-Care-Antigen-Test auf SARS-CoV-2ist ein Antigen-Schnelltest für Praxen, Pflegeeinrichtungen und andere medizinische Einrichtungen

Mit einem Point-of-care (PoC) -Test sind Testungen auf SARS-CoV-2 möglich, ohne dass dafür ein Labor beauftragt werden muss. Das Testergebnis liegt in weniger als 30 Minuten vor.